Behördenrufnummer 115 jetzt auch für Fragen zu Pflegeleistungen

Im Pflegefall werden Bedürftige und ihre (pflegenden) Angehörigen mit vielerlei Fragen konfrontiert. Beispielsweise sorgte die Umstellung von Pflegestufen auf Pflegegrade zum Jahresbeginn für viel Aufruhr. Bei Antragsstellung vor dem 1. Januar 2017 wurden die Bedürftigen zunächst einer Pflegestufe zugeordnet und anschließend in einen Pflegegrad überführt, wobei sich viele zu einem späteren Zeitpunkt höherstufen oder neu begutachten ließen. Außerdem werden seit Inkrafttreten der Pflegestärkungsgesetze geistige oder psychische Erkrankungen mehr anerkannt, was neue Fragen aufwirft.

Die Betroffenen möchten wissen, wer, wann, welche Ansprüche auf Pflegeleistungen stellen kann. Und wenn in bestimmten Fällen auch noch SGB XI und SGB XII miteinander kollidieren, werden die Kommunen bei der Auskunftserteilung oft an ihre Grenzen gebracht. Eine Lösung für diese Herausforderung stellt die sogenannte Bürgerhotline 115 dar. Seit 2009 im Pilot- und seit 2011 im Regelbetrieb erhalten Anrufer hier Informationen über verschiedene Leistungen der öffentlichen Verwaltung. Nun sollen darüber auch Fragen zu Pflegeleistungen beantwortet werden, wie das Bundesministerium im Oktober mitteilte. Unabhängig von Zuständigkeiten und Öffnungszeiten der Ämter kann man sich hier täglich zwischen 8 und 18 Uhr einen Überblick über folgende Themen verschaffen:

  • Pflegegeld
  • Sach- und Kombileistungen der Pflegeversicherung
  • Pflegehilfsmittel
  • wohnumfeldverbessernde Maßnahmen und Förderung des altersgerechten Wohnens
  • Pflegeunterstützungsgeld der Pflegeversicherung bei Arbeitsbefreiung in einer akuten Pflegesituation
  • zinslose Darlehen bei Freistellung oder Reduzierung der Arbeit zur Pflege eines nahen Angehörigen
  • Leistungen der Hilfe zur Pflege

Rund 31 Millionen Menschen in Deutschland können die 115 bereits nutzen. Finden Sie hier heraus, ob die Bürgerhotline auch in Ihrer Region erreichbar ist.

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