Für mehr Sicherheit bei der Medikation

Insbesondere im fortgeschrittenen Alter ist die Gefahr für schädliche Wechselwirkungen von Arzneimitteln besonders hoch. Aufgrund von Polypharmazie, Multimorbidität und altersbedingten physiologischen Veränderungen steigt das Risiko infolge falscher Medikation ins Krankenhaus eingewiesen zu werden. Eine deutsche Studie aus dem Jahr 2016 hat ergeben, dass Patienten, denen PIM verordnet wurden, ein um 38% erhöhtes Risiko aufwiesen, im Laufe des nächsten halben Jahres hospitalisiert zu werden als Patienten mit alternativer Medikation.

Laut einer weiteren Studie werden ältere Patienten „bemerkenswert häufig“ mit potenziell inadäquaten Medikamenten (PIM) behandelt. Die über ein Jahrzehnt erhobenen Daten haben ergeben, dass jedem zweiten Patienten ein „immer zu vermeidendes“ Medikament verordnet wurde und die Zahl der Klinikaufenthalte bei über 65-Jährigen erhöht war. Unter Berücksichtigung anderer Einflussfaktoren führte die Verschreibung zu einem Risikozuwachs um 16%. Jedoch lässt sich diese Steigerung nur indirekt auf die Fehlmedikation zurückführen, somit gibt es keine eindeutige Kausalität.

Dennoch würde es im Umkehrschluss bedeuten, dass im Falle einer idealen, PIM-freien Medikation ca. 27.500 Hospitalisierungen (entspricht 1,7%) vermieden werden könnten.  Für solche Fälle wurden spezielle Empfehlungslisten entwickelt wie die PRISCUS-Liste in Deutschland oder die Beers-Liste in den USA, um entsprechende Risiken zu kennzeichnen. Diese nützen allerdings wenig, wenn sie nur irgendwo in der Nähe der Aufbewahrungsschränke aufgehängt werden und dann in Vergessenheit geraten.

Um PIM weitgehend zu meiden und eine hohe Arzneimitteltherapiesicherheit im Krankenhaus zu gewährleisten, bedarf es eines integrierten Expertensystems. Angefangen bei der Anamnese, sorgt dieses für einen effektiven Informationsfluss und reibungslose Freigabeprozesse zwischen Ärzten und Pflege. Dabei werden Diagnosen, Prä- und Postmedikation dokumentiert und geprüft und Einträge in der Tagesplanung bzw. Leistungserfassung automatisch generiert. So gelingen sowohl eine sichere Umstellung von der Hausarzt- auf die Klinikmedikation bei der Aufnahme und umgekehrt bei der Entlassung als auch die zuverlässige Anordnung von Medikamenten im Rahmen der Krankenhausbehandlung.

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