Sprunghafter Anstieg der Leistungsempfänger aus der Pflegeversicherung

"Mehr pflegebedürftige Menschen werden anerkannt, und sie erreichen durch die neue Pflegebegutachtung höhere Pflegegrade", teilte Geschäftsführer des Medizinischen Diensts, Peter Pick, Ende Oktober der dpa mit. Die Zahl der Bezieher stieg in diesem Jahr um mehr als 350.000 an, wodurch die Marke von 3,1 Millionen überschritten wurde. Hinzu kommen 188.000, die von privaten Versicherungsgesellschaften versorgt werden. Diesen Leistungsschub löste nach Angaben der Ärzte Zeitung die Pflegereform der Großen Koalition aus, die zu den größten Reformen einer Sozialversicherung in Deutschland zählt.

Den Statistiken der Pflegekassen und des Medizinischen Dienstes zufolge gehen allein 220.000 auf die Umstellung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs (von Pflegestufe auf Pflegegrad) zurück. Seit Jahresbeginn umfasst dieser neben körperlichen Beeinträchtigungen auch die Alltagskompetenz. Demnach können Menschen mit beeinträchtigter Wahrnehmung oder Erinnerung, etwa bei Demenz, nun auch Leistungen aus der sozialen Pflegeversicherung beziehen. Die erforderliche Anpassung der Beiträge erfolgte in zwei Teilschritten um 0,5 Prozentpunkte – womit der aktuelle Satz bei 2,55 bzw. 2,8 Prozent für Kinderlose liegt. Aus dieser Beitragserhöhung werden rund sechs Milliarden Euro mehr eingenommen als im Jahr 2014 mit den Sätzen von 2,05 bzw. 2,3 Prozent. Davon fließt jährlich rund eine Milliarde in einen Versorgungsfonds. Ab 2035 soll dieser Kapitalstock helfen, die Beitragserhöhungen zu dämpfen.

Ausgaben von knapp 29 Milliarden Euro hat die Pflegeversicherung im vergangenen Jahr für die ambulante und stationäre Versorgung verzeichnet – Tendenz steigend. Umso mehr müssen die Pflegekassen, ob gesetzlich oder privat, auf ihre Kostenstruktur insbesondere in der Verwaltung achten. Für eine effiziente Fallbearbeitung bedarf es einer Softwarelösung, die alle relevanten gesetzlichen Rahmenbedingungen abbildet und durch intelligente Prüfhinweise unterstützt.

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