Gründung einer bundesweiten Pflegekammer

Der Deutsche Pflegerat (DPR) und die Pflegekammer Rheinland-Pfalz haben im August 2017 die Gründung einer Bundespflegekammer bekanntgegeben. "Wir wollten vor der Wahl Fakten schaffen", teilte der damalige DPR-Präsident Andreas Westerfellhaus der Ärzte Zeitung mit. Dadurch sollte für die neue Legislaturperiode ein deutlicher Akzent auf die Pflege gesetzt werden.

Seitdem wurden die organisatorischen Voraussetzungen für die bundesweite Spitzenorganisation der pflegerischen Selbstverwaltung geschaffen. Am 29. September 2017 fand die konstituierende Sitzung der Gründungskonferenz statt, an der u. a. Westerfellhaus, sein Stellvertreter Franz Wagner und der Präsident der Pflegekammer Rheinland-Pfalz Dr. Markus Mai teilnahmen. Bisweilen verfügt Rheinland-Pfalz als einziges Bundesland über eine Pflegekammer, die bis 2020 als selbstverwaltendes Organ voll arbeitsfähig zu sein plant. Weitere Kammergründungen werden derzeit in Niedersachsen und in Schleswig-Holstein vorbereitet. In Brandenburg und Baden-Württemberg sollen Pflegende zunächst dazu befragt werden. Westerfellhaus zufolge sollten nur demokratisch legitimierte Institutionen sich in der künftigen Bundespflegekammer zusammenfinden. Damit positionierte sich der DPR-Präsident gegen die freiwillige Pflegevereinigung, die von der bayerischen Landesregierung beschlossen wurde. (Nach acht Jahren legte Westerfellhaus im September 2017 sein Amt nieder, weil er laut Satzung nicht mehr wiedergewählt werden kann.)

Mit einer ansprechenden Internetpräsenz www.bundespflegekammer.de soll die bundesweite Pflegekammer das oberste Vertretungsorgan der größten Berufsgruppe im Gesundheitswesen sein. Unter dem Motto „Das Neue WIR“ sollen das Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt und die beruflichen, wirtschaftlichen sowie sozialen Interessen der geschätzt 1,3 Millionen Pflegenden in Deutschland vertreten werden.

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