Strategie der Bundesregierung zur Künstlichen Intelligenz

Der Aufholprozess kann beginnen. Während die USA, China, Japan, Südkorea und Singapur aber auch viele europäische Länder zu den Vorreitern gehören, muss Deutschland in puncto Künstliche Intelligenz (KI) erst nachziehen. Ethische Bedenken und strengere Datenschutzbestimmungen bremsten bisher die Entwicklung. Nun scheint aber der Funke übergesprungen zu sein. "Künstliche Intelligenz hält Einzug in unseren Alltag und wir wollen, dass diese Technik den Menschen hilft. Daher stellen wir den Nutzen für den Menschen in unserem Lande in den Mittelpunkt unserer KI Strategie. Richtig gestaltet, ist KI ein wichtiger Schlüssel für Wachstum und Wohlstand", so die Bundesministerin für Bildung und Forschung Anja Karliczek (CDU). Laut Angaben der Ärztezeitung lieferte sie Eckpunkte der Bundesregierung für eine KI-Strategie ab. Am 18. Juli 2018 hat das Bundeskabinett das Papier beschlossen.

Um riesige Datenmengen (Big Data) im Gesundheitswesen zielgerichtet als Smart Data nutzen zu können, ist Künstliche Intelligenz erforderlich. Dadurch soll u. a. die Präzisionsmedizin vorangetrieben werden, der ein hohes Kostensenkungspotenzial zugeschrieben wird. Die Bundesregierung nimmt die Digitalisierung voll ins Visier und möchte ihre KI-Strategie bis zum Jahresende festlegen. Zudem wird ein neues beratendes Gremium entstehen, wie Angela Merkel neulich in ihrem Podcast mitteilte. Der sogenannte Digitalrat soll einen Wissenstransfer zwischen Experten und Politik gewährleisten, damit letztere korrekt handeln kann. Die Bundeskanzlerin sieht in der KI-Strategie zahlreiche Perspektiven, "denn hier werden wesentliche Innovationen weltweit in den nächsten Jahren entstehen und wir wollen vorne mit dabei sein". Inzwischen wurde die personelle Besetzung des neuen zehnköpfigen Gremiums bekannt gegeben. Die Mitglieder aus Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft arbeiten ehrenamtlich und tragen ihre Praxiserfahrungen zusammen. 

Als Plattform des Fachaustauschs diente die 63. GMDS-Jahrestagung in Osnabrück. Unter dem Motto „Das Lernende Gesundheitssystem: forschungsbasiert, innovativ, vernetzend“ fanden hier zahlreiche interaktive Sessions statt. Eine davon fokussierte sich auf „Intelligente Systeme in der Pflege“ und zeigte auf, welche Fortschritte bereits heute Realität sind. Präsentiert wurde diese am 05. September 2018 von Karen Güttler, der wissenschaftlichen Leitung der atacama | Software GmbH, zusammen mit Ann Kristin Rotegård (VAR Healthcare) und Herrn Stefan Hieber (LEP). Nicht nur in der Gestaltung der Pflege im digitalen Umfeld, sondern auch in der nachgelagerten Datenanalyse wartete ein weites Feld mit Big- und Smart-Data darauf, mit Methoden der Künstlichen Intelligenz beackert zu werden.

 

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