Vom Pflegeinformations- zum interdisziplinären Dokumentationssystem

Gemeinsames Informationssystem für Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten im Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe verbessert Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS)

Die Frage, wie Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) im komplexen Pflegealltag gewährleistet werden kann, beschäftigt derzeit viele Pflegeeinrichtungen.

Im Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe begegnet man den Herausforderungen, die sich aus dieser Frage ergeben, mit der Digitalisierung der Patientendokumentation und damit der Abkehr von der papierbasierten Patientenakte. Das 319-Betten-Haus, das nach den Grundsätzen der anthroposophischen Medizin arbeitet, nutzt ein digitales Informationssystem, das ursprünglich lediglich der Pflegeplanung diente, sich inzwischen aber zu einem interdisziplinäres Dokumentationssystem entwickelt hat. Pflegekräfte, Ärzte und Therapeuten greifen in ihrer täglichen Arbeit auf dasselbe System zu. Das hat zur Folge, dass die Abläufe innerhalb des Hauses effizienter und sicherer gestaltet werden.

Die eingesetzte Patientendokumentationssoftware apenio des Bremer IT-Dienstleisters und Pflegespezialisten atacama | Software GmbH leistet umfassende Unterstützung im Rahmen der Arzneimitteltherapiesicherheit. Das tief integrierte Expertensystem für Medikation AiDKlinik® stellt hierfür aufbereitete Markt- und Wissensdaten zur Medikation und Arzneimitteltherapiesicherheit zur Verfügung und hält apenio so stets auf dem aktuellen Stand. Medikamente der Hausliste sind entsprechend gekennzeichnet und werden automatisch eingepflegt. Die Übersicht und Kontrolle aller Medikamentenbestände auf der Station wird dadurch für die Einrichtung vereinfacht.

So hat sich apenio recht schnell von einem System der Pflege zu einem interdisziplinären Dokumentations- und Kommunikationssystem entwickelt, wie Pflegedienstleiterin Maria Jung beschreibt: „Erst in der täglichen Arbeit haben wir die Möglichkeiten gesehen, die uns die Software tatsächlich bietet. Sie spiegelt unseren Therapieansatz sehr gut wider: Die anthroposophische Medizin verlangt nach einer engen Zusammenarbeit aller an der Patientenversorgung Beteiligter.“

Heute wird apenio als zentrale Datendrehscheibe für die medikamentöse und pflegerische Behandlung in der Psychosomatik, der Palliativmedizin, der Schmerztherapie und der Gynäkologie eingesetzt, die Onkologie wird folgen.

Durch die Software wird aber nicht nur die interdisziplinäre Zusammenarbeit gestärkt und vereinfacht, auch die Übergaben werden effizienter. Basis dafür ist eine umfassende Dokumentation, die im Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe komplexer ist als in anderen Häusern. „Bedarfsgaben in der Schmerzmedikation etwa dokumentieren wir sofort. Der Arzt kann sich dann die genauen Zeitpunkte anschauen und seine Schlüsse für die Therapie ziehen. Ist die Grundmedikation zu niedrig? Warum bekommt der Patient die Medikamente zu diesen Zeiten? Das macht das Behandlungsgeschehen transparenter“, erläutert Krankenschwester Annika Briesenick. „Vieles können wir in der Übergabe einfach nicht erfragen. Das System erleichtert hier die Kommunikation sehr.“

Auch Dr. Zerm, Oberarzt der Diabetologie, freut sich: „Mir und meinen Kollegen erleichtert apenio erheblich die Arbeit, besonders bei der Visite. Da haben wir sofort Zugriff auf alle Anordnungen und können die aktuellen Vitalparameter wie Blutdruck oder Blutzucker überprüfen. Generell wird uns der strukturierte Austausch mit den Pflegekräften und Therapeuten erleichtert. Sehr schnell war das System daher als Pflege-, Anordnungs- und Kommunikationswerkzeug akzeptiert.“

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